Pilotprojekt „Wasserstoff-Energiezelle Johann“

 Von der Vision zur Realität: 1. Wasserstoff-Energiezelle in Murau

Die Holzwelt Murau ist das erste KEM- und LEADER-Büro in Österreich, das energieautark ist. Selbst bei einem Black-out kann sich das Gebäude in der Bundesstraße in Murau – wie eine Insel – selbst mit Strom versorgen. Möglich macht dies die 1. Wasserstoff-Energiezelle im Bezirk, übrigens das 1. Projekt der Murauer GreenPower, der neuen Genossenschaft für regionale Energieprojekte.

Der Bezirk Murau produziert mit der Kraft von Sonne, Wasser, Wind und Biomasse zwar 3x so
viel Strom, wie hier verbraucht wird – allerdings nur in der warmen Jahreszeit. Im Winter muss nach wie vor Strom aus fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zugekauft werden. Deshalb ist
es notwendig, den in der warmen Jahreszeit produzierten Strom-Überschuss speichern können.

Wasserstoff-Energiezellen sind die Lösung dafür. Sie können große Energiemengen kurz- und langfristig speichern und Strom dann bereitstellen, wenn er gebraucht wird. Die Anlagen werden außerdem selbst von grüner Energie gespeist, in Murau ist es eine 73m² große 15 kW-peak Photovoltaik-Anlage am Dach des Holzweltbüros.

 

Erste in Österreich, erste in der Region:

Mit der Eröffnung der 1. Wasserstoff-Energiezelle im Juli 2022 ist die Holzwelt Murau das erste energieautarke LEADER- und KEM-Büro in Österreich.

Die Wasserstoff-Energiezelle Johann ist bereits erfolgreich im Einsatz. Auch bei einem großflächigen Black-out ist das Büro der Holzwelt Murau – wie eine Insel – energieautark und kann sich selbst  mit Strom versorgen. Das ist ein großer Meilenstein. Die Anlage wurde von Elements Energy, einem steirischen Unternehmen, entwickelt, und in der Steiermark gefertigt. Das sind alles Beiträge zur regionalen Energieunabhängigkeit.

 

Energieunabhängigkeit für den Bezirk:

Die Wasserstoff-Energiezelle vor dem Bürogebäude der Holzwelt Murau hat auch eine Pilot-Funktion für den Bezirk. Die aktuellen Ereignisse in Europa zeigen, wie abhängig wir von fossiler Energie wie Öl und Gas und deren Exportländern sind. Umso wichtiger ist es, für den Bezirk ausreichend regional erzeugte Energie bereitzustellen – und zwar das ganze Jahr über. Die Erkenntnisse, die vom Betrieb der 1. Wasserstoff-Energiezelle gewonnen werden, bieten eine Datengrundlage für den Bezirk. Wenn es gelingt, eine hohe Anzahl an Wasserstoff-Energiezellen zu errichten, braucht die Region Murau auch im Winter keine fossile Energie und sind tatsächlich unabhängig.

 

Funktionsweise Wasserstoff-Energiezelle Johann

Mit einer 15 kWpeak und 73m² großen Photovoltaikanlage wird erneuerbarer Strom erzeugt und zur Wasserstoff-Energiezelle Johann geleitet. Mit einer intelligenten Steuerung wird gerade benötigter Strom sofort ins Stromnetz des Holzweltbüros geleitet. Wenn mehr Strom aus der Photovoltaikanlage zur Verfügung steht als im Gebäude verbraucht wird, wird dieser zuerst in einen 9,6 Kilowattstunden fassenden Batteriespeicher eingelagert. Ist der Batteriespeicher voll, wird der am Dach produzierte erneuerbare „überschüssige“ Strom mit Hilfe der Elektrolyse von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und der Wasserstoff in Druckspeicherbehältern eingelagert. Die Druckspeicherbehälter haben eine Lagerkapazität von rund 18 Kilogramm, das
entspricht einem Energiegehalt von 600 Kilowattstunden. In der Nacht und vor allem in den Wintermonaten, wenn die PV Anlage wenig oder gar keinen Strom liefert, erzeugt die Wasserstoff-Energiezelle den benötigten Strom für das Holzweltbüro. Dabei wird zuerst der Batteriespeicher entleert und in weiterer Folge der eingelagerte Wasserstoff mit Hilfe einer Brennstoffzelle wieder in nutzbaren Strom umgewandelt, sodass das Holzweltbüro 365 Tage / 24 Stunden im Jahr mit vor Ort erzeugten erneuerbaren Strom versorgt ist und im Falle eines Black-outs sogar mindestens 14 Tage betriebsfähig ist.

Zusätzlich zum Strom erzeugt die Wasserstoff-Energiezelle Johann auch Wärme, die in das Holzweltbüro geleitet wird und dort für wohlige Raumtemperatur sorgt.

 

Genossenschaft für regionale Energieprojekte

Die Anlage ist auch das 1. Projekt der neu gegründeten Murauer GreenPower e.Gen. – und damit ein weiterer Meilenstein. „Wir setzen es uns zum Ziel, die Energieunabhängigkeit im Bezirk Murau mit eigenen Projekten und Investitionen voranzutreiben“, so
Ernst Autischer, Obmann der Murauer GreenPower e.Gen. „Alle im Bezirk –
ob Privatpersonen oder Unternehmen – können sich daran beteiligen, mitbestimmen und finanziell profitieren.“

 

 

Die Klima- und Energiemodellregion Holzwelt Murau  ist ein zentrales Element zur Umsetzung der Energievision Murau, mit der bewiesen wird, dass ein nachhaltiges Energiesystem aus der Region heraus leistbar und umsetzbar ist. Das macht den Leuchtturmcharakter der KEM Holzwelt Murau aus. Aufgrund der Erfolge und Entwicklungen der letzten beiden Jahrzehnte wurde die Vision weiterentwickelt:

Murau ist energieautark bei Wärme und Strom bis 2020

Murau schafft zusätzliche regionale Wertschöpfung durch die Nutzung erneuerbarer Energieträger

Murau ist als regionaler Energie-Leuchtturm in Österreich bekannt.